Kündigungsschutzklage Kosten: Wann sich die Klage lohnt

von Andreas Traub

September 24, 2021


Sie haben eine Kündigung von Ihrem Arbeitgeber erhalten und möchten Ihren Arbeitsplatz am liebsten behalten?

Die Kündigungsschutzklage macht es möglich.

Ohne einen versierten Rechtsanwalt für Arbeitsrecht werden Sie den Streit nicht gewinnen können. Die Anwaltskosten für die Kündigungsschutzklage müssen Sie selbst tragen.

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, das Kostenrisiko auf ein Minimum zu reduzieren und Ihren Arbeitsplatz zurückzubekommen oder eine Abfindung zu erhalten.

Erfahren Sie, wie das genau funktioniert. 

Mit dem richtigen Ansatz tragen sich die Kosten von selbst

Als Arbeitnehmer eine Kündigung zu erhalten, ist für die meisten ein Schock. Die damit einhergehenden Belastungen wiegen schwer.

Allerdings:

Viele Kündigungen sind nicht einfach so zulässig. Ungefähr 12 % aller Kündigungen erfolgen zu Unrecht oder enthalten formale Fehler. 68 % aller Kündigungen sind betriebsbedingt. In diesen Fällen könnte ggf. eine Abfindung ausgehandelt werden.

Wenn Sie die Kündigungsschutzklage erfolgreich bestreiten, wäre der Prozess eine sinnvolle Investition. Am Ende haben Sie mehr Geld in der Tasche, als wenn Sie die Kündigung Ihres Arbeitgebers einfach so hinnehmen. 

Ist die Kündigungsschutzklage erfolgreich, haben Sie mehr Geld in der Tasche

Ist der Ihre Kündigungsschutzklage erfolgreich, sind zwei Szenarien möglich, die Sie finanziell besser dastehen lassen.

  • Sie erhalten Ihren Arbeitsplatz zurück: Gewinnen Sie den Kündigungsschutzprozess vor Gericht, haben Sie das Recht auf die Fortzahlung Ihres Gehalts und Ihr übliches Arbeitsverhältnis.
  • Sie erhalten eine Abfindung: Durch einen Vergleich oder einen gewonnenen Prozess (§ 9 Abs. 1 KSchG), können Sie eine Abfindung erhalten. Die Höhe ist abhängig von der Länge Ihres bisherigen Arbeitsverhältnisses. 

Beispiel: Sie verdienen 35.000 Brutto pro Jahr und haben 6 Jahre bei der Firma gearbeitet. Ihr Bruttomonatsgehalt liegt bei 2.916 €. Dazu sind Sie unter 39 Jahren alt. Ihnen stehen ein halbes Bruttogehalt pro Beschäftigungsjahr zu. Die Höhe der Abfindung: 6 Jahre x 0,5 x 2916 € = 8.748 €

Abfindungshöhe prüfen

Bitte beachten Sie, dass die Abfindung je nach Einzelfall schwanken kann. Fragen Sie mich gerne und ich gebe Ihnen eine Ersteinschätzung zu Ihrem Fall.

Woraus setzen sich die Kosten einer Kündigungsschutzklage für Sie als Arbeitnehmer zusammen?

Der Prozess gegen Ihren Arbeitgeber bringt Kosten mit sich. Einige davon hat er zu tragen, andere wiederum müssen Sie selber tragen.

Sie setzen sich zusammen aus: 

  • Rechtsanwaltskosten beim Gerichtsverfahren: Ihre Anwaltskosten müssen Sie selbst tragen. Sie bemessen sich am Streitwert.
  • Gerichtskosten: Diese Kosten trägt der Verlierer des Verfahrens, falls ein arbeitsgerichtliches Urteil ergehen muss.
  • Rechtsanwaltskosten beim Vergleich: Schließen Sie einen Vergleich mit Ihrem Arbeitgeber, entsteht dem Rechtsanwalt ein Arbeitsaufwand, der vergütet wird. 
  • Verfügen Sie über eine Rechtsschutzversicherung, kann diese für die Kosten aufkommen.

    Beispiel: Wie hoch könnten die Kosten sein, wenn Sie 35.000 € brutto im Jahr verdienen? Der Streitwert liegt dann bei 8.748 €. Die Gerichtskosten liegen dann bei ca. 444 €. Die Kosten für den Rechtsanwalt bei 1 .683,85 € (Stand 2021). Kommt es zu einem Vergleich, liegen die Anwaltsgebühren bei 1 883,06 € für den Rechtsanwalt.

    Die Kosten für Sie als Arbeitgeber

    Wird eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht eingereicht, müssen Sie die gesetzliche Vergütung für Ihren Anwalt bezahlen. Eine Erstattung im Falle des Obsiegens findet in erster Instanz nicht statt.

    Hinzukommen die Gerichtskosten, falls die Kündigungsschutzklage mit einem Urteil für Sie negativ ausgeht.

    Wird eine Abfindung im Rahmen eines Vergleichs oder als Folge eines Urteils bestimmt, hat Ihr Unternehmen diese ebenfalls zu tragen. 

    Wie sie als Arbeitnehmer optimal vorgehen

    Hat Ihre Kündigungsschutzklage Aufsicht auf Erfolg, haben Sie mehr Geld gewonnen, wenn Sie sich mit einem Rechtsanwalt zur Wehr setzen.

    Die folgenden Schritte führen Sie dabei schnell zum Ziel. 

    Schritt 1: Suchen Sie einen erfahrenen Rechtsanwalt auf

    Sobald Sie die Kündigung erhalten haben, sollten Sie schnellstmöglich einen Rechtsanwalt aufsuchen. Sollte eine Klage sinnvoll sein, muss diese innerhalb einer gewissen Frist beim Arbeitsgericht eingereicht werden. 

    Schritt 2: Lassen Sie Ihre Kündigung rechtlich prüfen

    Viele Kündigungen enthalten formale Fehler und sind ungültig. Bei einer betriebsbedingten Kündigung könnten Sie ggf. eine Abfindung aushandeln. Lassen Sie Ihren Fall von einem im Arbeitsrecht erfahrenen Rechtsanwalt durchprüfen, um die realistischen Erfolgschancen in Erfahrung zu bringen. Ihr Rechtsanwalt wird Ihnen sagen, ob sich die Kündigungsschutzklage wirtschaftlich für Sie lohnt. 

    Schritt 3: Sind die Aussichten positiv, reichen Sie fristgerecht eine Klage beim Arbeitsgericht ein

    Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Oftmals steht dem Arbeitnehmer der Erhalt des Arbeitsplatzes wegen Formfehler zu oder eine Abfindung kann ausgehandelt werden. In beiden Fällen sind die Aussichten auf einen wirtschaftlichen Erfolg positiv. 

    Ergebnis:

    Erfolgsszenario 1:

    Sie erhalten Ihren Arbeitsplatz zurück. Ihr zukünftiges Gehalt rechtfertigt die Kosten für die Klage und Sie stehen finanziell besser da. 

    Erfolgsszenario 2:

    Sie erhalten eine Abfindung. Sie können die Kosten der Klage mit Ihrer Abfindung verrechnen. Der finanzielle Zugewinn kann die Kosten um ein Vielfaches überschreiten.

    Fazit: Bei Erfolgsaussichten sind die Kosten der Kündigungsschutzklage es wert

    Sobald Sie ein Kündigungsschreiben erhalten, sollten Sie es sofort von einem Anwalt prüfen lassen. Mit einer großen Wahrscheinlichkeit steht Ihnen eine Abfindung zu oder Sie können Ihre Arbeitsstelle wegen Formfehlern behalten.

    In beiden Fällen können die Kosten des wirtschaftlichen Zugewinns die Kosten des Verfahrens überschreiten.

    Eine anwaltliche Prüfung Ihres Sachverhalts sorgt für Klarheit. 

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